Wo Arbeit und Vergnügen ganz nah beieinander liegen...

QUICK TALK – Roland Heitzeneder, Direktor des Parkhotel Pörtschach im Interview

F: Erzählen Sie uns doch etwas über das Parkhotel Pörtschach
Das Hotel, wie wir es heute kennen, wurde 1963 eröffnet. Davor gab es hier eine Hotelanlage, die aus mehreren kleineren Gebäuden bestand. Das Hauptgebäude befand sich am selben Platz wie das heutige Hotel, wurde aber nach dem 2. Weltkrieg abgerissen und Ende der 50er Jahre wurde mit der Errichtung des neuen Hotels begonnen. Das Hotel war fast von Anfang an in Familienbesitz und wird jetzt in zweiter Generation geführt. Der Vater des heutigen Besitzers hat das Hotel in den späten 60er Jahren gekauft.

Seit der Eröffnung hat sich natürlich sehr viel verändert, es wurde renoviert, erweitert und umgebaut, aber das Gebäude selbst ist nahezu gleichgeblieben. Das architektonische Konzept damals war Offenheit und Transparenz, d.h. so wenige Quadratmeter wie möglich zu verbauen und großzügige Park- und Grünanlagen zu schaffen. Der größte Vorteil ist sicherlich, dass beinahe alle Zimmer Seeblick haben.
Wir haben das Glück hier auf einer Halbinsel zu sein, der einzigen am Wörthersee, und können direkt auf das Wasser schauen, das vor unserer Tür ist. Ich habe fast 10 Jahre lang in der Karibik gearbeitet und als ich zurückkam, suchte ich einen Ort in Europa, der dem Karibikfeeling möglichst nahe kommt. Und das trifft hier sicherlich zu.

F: Können Sie uns mehr über Ihre persönliche Geschichte erzählen und Ihre berufliche Laufbahn in der Hotelbranche?
Ich habe ziemlich spät in die Hotelbranche gefunden. Als Jugendlicher wusste ich nicht wirklich, was ich werden wollte und was mir gefallen würde. Zuerst schwebte mir ein technischer Beruf vor, aber dann begann ich allein zu verreisen. Und plötzlich war es mir wichtig eine sehr flexible Arbeit zu haben. Ich wollte reisen und überall in der Welt arbeiten können, ich wollte häufig umziehen können, ein Jahr an einem Ort und dann weiter an den nächsten Ort...

Nach der Matura begann ich im Tourismus zu arbeiten. Ich absolvierte zahlreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme und hatte nach zwei, drei Jahren das Glück auf Jamaica in einem Unternehmen für ein Management-Trainee-Programm zu arbeiten. Es hätte für 6 Monate sein sollen, aber ich blieb fast 10 Jahre. 2002 kehrte ich nach Österreich zurück, hauptsächlich wegen meines in Jamaica geborenen Sohnes, da ich wollte, dass er zumindest teilweise in Österreich aufwächst und hier zur Schule geht, damit er sich in beiden Welten zuhause fühlt.

Nach meiner Rückkehr verbrachte ich sieben Jahre in Wien und ein Jahr in Bratislava. Nach diesen acht Jahren in Städten kehrte ich zu meinen Wurzeln zurück, in eine Urlaubsdestination, und jetzt bin ich seit 2010 hier im Parkhotel in Kärnten.

F: Wodurch unterscheidet sich das Parkhotel von seinen Mitbewerbern?
Der Hauptunterschied liegt darin, dass unser Kerngeschäft eigentlich Urlaubsgäste sind, und wenn Businessgäste an einen Ort wie diesen kommen, sich der Aufenthalt auch für sie wie Urlaub anfühlt. Das heißt, die Atmosphäre hier ist ganz anders als in der Stadt, wo man keine Fenster öffnen oder einfach nach draußen gehen kann. Auch wenn Sie hier arbeiten müssen, fühlt es sich an, als ob Sie ganz weit weg von allem sind.

Derzeit findet hier gerade ein Kongress zweier österreichischer Firmen statt. Und auch Unternehmen aus der Region, die nur eine halbe Stunde Anreise zu uns haben, haben das Gefühl ganz woanders und weit weg zu sein. Sie können abschalten und befinden sich an einem paradiesischen Ort. Die Möglichkeit, nach anstrengenden Meetings zu entspannen, ist in vielerlei Hinsicht von Vorteil.

Und natürlich ist auch unser Service im Laufe der Jahre immer besser geworden. Unsere Gäste kommen mit wirklich großen Erwartungen hierher. Aus meiner Zeit in Wien weiß ich, dass wir uns hier sehr stark von normalen Tagungsorten in Städten unterscheiden – die Freundlichkeit der Mitarbeiter macht einen großen Unterschied. Unsere hochqualifizierten Mitarbeiter freuen sich, die Gäste näher kennenzulernen, auf sie einzugehen und sie zu verwöhnen. Der persönliche Touch ist unser größtes Plus.

Das Gebäude und die Grünanlagen bilden den Rahmen, aber am wichtigsten ist die persönliche Note, damit sich unsere Gäste hier wohlfühlen und ihren Aufenthalt genießen können und sich nicht nur als Nummer fühlen. Ich glaube, das macht einen großen Unterschied.

F: Und trotz der Größe ist das Parkhotel sehr flexibel …
Einige unserer Mitarbeiter arbeiten bereits seit 20-30 Jahren hier und wissen daher genau, was funktioniert und was möglich ist - das ist sehr hilfreich. Wir brauchen nicht so viel herumexperimentieren, wie es neue Hotels müssen. Wir haben bereits viele unterschiedliche Funktionen wahrgenommen, daher wissen wir, was wir anbieten können und was am besten funktioniert. Wir haben das Know-how und wenn ein Kunde etwas wünscht, wo wir wissen, dass es nicht geht oder zu Problemen führen kann, empfehlen wir Alternativen oder Änderungen.

F: Wer ist Ihr typischer Hotelgast?
80 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Urlaubsgästen, aber seit 2010 wächst der Anteil der MICE-Gäste rasant.

F: In welche Richtung gehen Ihre Marketingaktivitäten in diesem und im nächsten Jahr?
Wir konzentrieren uns nach wie vor hauptsächlich auf Kärnten, aber wir sind gerade dabei neue Märkte und auch das MICE-Geschäft zu erschließen. Vor zehn Jahren hatten wir noch einen Anteil von 99 Prozent Urlaubsgäste, aber seit 2010 verlängern wir die Saison und das Hotel bleibt bis Mitte Jänner geöffnet, damit wir uns stärker auf das MICE-Segment konzentrieren können. Viele Unternehmen wissen noch gar nicht, dass wir ein Kongressstandort sind, da gibt es noch viel Potenzial, auch bei Firmen in der Region.

Firmen, wie die, die heute ihre Veranstaltung hier haben, und einfache Tagungen für bis zu 40 Teilnehmer durchführen möchten, sind uns sehr willkommen, da wir diese Art von Veranstaltungen ganzjährig abwickeln können. Heute wurden unsere Seminarräume überhaupt nicht genutzt – alle Teilnehmer sind im Freien, im Schatten unter den Bäumen.

Der andere Aspekt sind große MICE-Veranstaltungen in unserem Hotel in der Nebensaison. Wir haben bereits einige richtig große Kongresse veranstaltet, wo das ganze Hotel exklusiv für die Veranstaltung gebucht war, und wir problemlos fast 200 Gäste in Einzelzimmern unterbringen konnten. Der Speisesaal ist dafür ebenfalls groß genug und auf Wunsch können in unserer Eingangshalle auch Partys oder Ausstellungen stattfinden, platzmäßig ist hier alles möglich. Das funktioniert sehr gut.

Wir haben bereits zwei größere Kongresse geplant, einen im Oktober und einen Anfang November. Das Hotel steht exklusiv für diese Veranstaltungen zur Verfügung und da es in der Nebensaison ist, sind wir auch vom Preis her sehr wettbewerbsfähig. Und wir haben immer noch schönes Wetter und eine angenehme Atmosphäre hier.

F: Wie schaut es mit der Kooperation für die Destination aus? Wie verhält es sich bei größeren Bewerbungen, wenn die gesamte Destination zusammenarbeiten muss? Sind Sie mit der Werbung zufrieden?
Es wird besser. Immer mehr Hotels entdecken das MICE-Segment für sich und dadurch wird auch die Kooperation immer wichtiger. Wir haben hier in Pörtschach ein Kongresszentrum, wenn auch kein wirklich großes. Aber natürlich haben in einem Kongresszentrum mehr Menschen Platz als in einem Hotel. Wir sind noch weit davon entfernt, wo wir hin wollen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.

F: Was sind die Ihrer Meinung nach größten Chancen für den Kärntner Kongresstourismus?
Ich glaube es gelten die gleichen Grundsätze wie für den Freizeittourismus. Wir sind vielleicht nicht die billigsten, aber man kennt die Qualität die wir bieten und weiß sie zu schätzen. Wir haben einen sehr zentralen Standort und sind sehr leicht zu erreichen, ausgenommen auf dem Luftweg.

Größere Unternehmen bevorzugen den Flughafen Ljubljana, um zu uns zu kommen, da Klagenfurt keine guten internationalen Anschlussverbindungen hat. Klagenfurt bietet zweimal täglich Flüge nach Wien, Linienflüge nach Köln und Düsseldorf sowie zweimal wöchentlich nach Berlin und Hamburg.

Wir sehen bei der Fluganreise den Unterschied zwischen unseren Urlaubs- und Firmengästen. Für Urlaubsgäste kann es ziemlich lästig sein, da sie bei der Ankunft am Flughafen in Ljubljana in einem anderen Land sind und nochmals über die Grenze müssen.

Für Geschäftskunden, die es gewohnt sind überall hinzufliegen, ist das ein ganz normaler Vorgang. Und schließlich braucht man auch in großen Städten vom Flughafen in das Stadtzentrum oft mehr als eine Stunde, und von Ljubljana zu uns schafft man es in unter einer Stunde, also ist das auch nicht wirklich ein Problem. Die Straße vom Flughafen Ljubljana hierher ist sehr gut und das Shuttle-Service wird sehr gut angenommen.

F: Wo sehen Sie das Park Hotel in fünf Jahren?
Wir sind sicherlich bestrebt, den Umsatz im MICE-Segment weiter auszubauen, in unserer sogenannten neuen Saison im Herbst und Frühling. Wir konnten heuer erstmals auch kleinere Tagungsgruppen in der Hauptsaison gewinnen, wie Sie sehen, gibt es bei uns auch im Juli noch Kongresse.

Diese Gäste sind wetterunabhängig, sie kommen egal ob es regnet oder die Sonne scheint. Sie benutzen gerne die Bar und auch unsere anderen Hoteleinrichtungen und wir würden sie definitiv gerne noch mehr verwöhnen. Im Sommer sind Gruppen von 60-70 Personen noch handlebar, aber alles was darüber hinausgeht, kann manchmal Probleme verursachen. Tagungsteilnehmer können hier alles tun: die Restaurants und die Rôtisserie benutzen sowie auch alle anderen Bereiche und Einrichtungen rund um das Hotel nutzen. Wir können problemlos für das Wohl kleinerer und größerer Gruppen sorgen.

F: Was gefällt Ihnen persönlich am besten an Kärnten?
Es ist schön hier zu arbeiten, aber auch schön hier zu leben. In den sechs Jahren, die ich jetzt hier bin, habe ich bereits einiges gesehen und seit ich von Zuhause ausgezogen bin, war ich noch nie so lange am gleichen Ort. Ich bin normalerweise nie länger als vier Jahre am gleichen Ort geblieben, aber es ist wirklich toll in so einer schönen Umgebung zu leben.
Selbst im Sommer wenn Sie nach einem langen Arbeitstag sich am Abend eine Stunde Zeit nehmen und irgendwo an den See fahren und sich dort bei einem Drink entspannen, haben Sie das Gefühl immer im Urlaub zu sein. Und mir gefällt auch die Lage sehr gut – in einer oder zwei Stunden ist man vor hier aus am Meer, in Graz, in Triest oder an der slowenischen Küste. Dafür reicht auch ein Tag aus. Das ist wirklich ein großes Plus.

Die Lebensqualität ist hier einfach unglaublich. Im Umkreis von 150 Kilometern kann man so viele verschiedene Dinge machen, verschiedene Kulturen erleben und unterschiedlichste Spezialitäten genießen. Wir haben wirklich großes Glück.

Anfang November verändert sich die Atmosphäre hier, es wird alles ruhig und friedlich. Allerdings haben in den letzten Jahren in der Weihnachtszeit die Aktivitäten rund um den See zugenommen und damit auch die Attraktivität für einen Besuch.

Wir hatten rund 250 Gäste über das Weihnachtswochenende und wir glauben, dass diese Zahlen noch weiter steigen werden. Von Mitte Jänner bis April ist es hier sehr ruhig, also schließen wir das Haus in diesen Monaten. Wir nutzen diese Zeit für die Vorbereitung auf die nächste Saison und um auf Urlaub zu gehen.

F: Was ist Ihr Lieblingsort in Kärnten?
Das kann ich gar nicht sagen, da es so viele tolle Orte gibt. Ich lebe in Klagenfurt und arbeite hier. An meinen freien Tagen fahre ich meistens nach Keutschach am See, da es dort ruhiger ist und ich dort Freunde habe. Das ist einer der Vorteile dieser Region - wir haben hier so viele Seen, dass man selbst im Sommer immer noch Plätze findet, die nicht überlaufen sind.

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